Über

Burkhard Nagel

Es war 1968, ich zwölf Jahre alt, und wir hörten in der Schule die Direktübertragung, das Wort „live“ gab es noch nicht, der Olympischen Winterspiele. Danach wollte ich Reporter werden.

In Berlin geboren, Wirtschaft studiert und promoviert. Zwischendurch Olympia in München erlebt, einen Sportreporter-Wettbewerb beim ZDF gewonnenen für drei Wochen Hörfunk-Praktikant beim Sender Freies Berlin gewesen.

Nach einer Woche stürzte die Kongresshalle ein. Zwei Kollegen waren auf tragische Weise betroffen. Und ich war plötzlich nicht mehr Praktikant, sondern Redakteur. Ein ganzes Berufsleben lang.

Von Berlin zur Tagesschau nach Hamburg und in die ganze Welt. Ich habe Wahlsendungen aus Washington geleitet, ich war vor dem Mauerfall mit Helmut Kohl in Dresden, bei Pressekonferenzen von Jelzin in Moskau, habe aus Peking berichtet, aus London, aus Wien, aus Budapest. Ich war für die 9/11-Berichterstattung verantwortlich, der Untergang der Estonia, der Mauerfall, Michael Jacksons Tod, ich habe Zeitgeschichte als Berichterstatter erlebt. Nur Sportjournalist war ich nie.

Als Planungschef habe ich den Reportereinsatz für die Tagesschau und die Tagesthemen koordiniert. Ich habe neue Fernsehformate mitentwickelt, z. B. „mittendrin“, ich war für die Jahresrückblicke verantwortlich, ich habe Nachrichtensendungen moderiert. Ich war Vertreter der Chefredakteure für die Tagesschau und die Tagesthemen. Ich habe als erster Leiter das Medienmagazin ZAPP zum Leben erweckt. Ich war Autor einer Dokumentation über den Mord an Olof Palme, die weltweit in 16 Länder verkauft worden ist. Und schließlich habe ich versucht, als Qualitätsmanager die journalistischen Standards zu bewahren.

Journalismus war mein Leben.